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Motor im Winter

Stellen Sie sich das vor: Sie müssen schnellstens zu einem dringenden Termin, losfahren sollten Sie vor einer Viertelstunde, aber zweimal haben Sie den Kaffee verschüttet und wie immer haben Sie die Schlüssel gesucht. Endlich haben Sie Ihre Sachen ins Auto geworfen, es sich hinter dem Lenkrad bequem gemacht, sich angeschnallt und mit Erleichterung festgestellt, dass Sie es mit etwas Glück noch schaffen. Mit siegessicherem Lächeln drehen Sie den Schlüssel im Anlasser und… anstelle des vertrauten Geräuschs des schnellen Anspringens des Motors stöhnt das Auto auf und verstummt. Sie versuchen es einmal, zweimal, fünfzehnmal. Nichts. Zerknirscht rufen Sie ein Taxi und dann den Chef an, um ihm mitzuteilen, dass Sie später kommen werden. Sie ziehen den Mantel an, steigen aus dem Auto und warten vor dem Haus in der Kälte. 

Winter Fuels
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Kommt Ihnen das bekannt vor? In der Winterzeit ist ein nichtanspringender Motor leider eine allzu vertraute Situation. Wenn Sie diese vermeiden wollen, gibt es bestimmte Maßnahmen, die Sie treffen können. Eine von ihnen ist die Verwendung des Winterkraftstoffs Verva Diesel. 

Diesel stellt im Vergleich zu Benzin höhere Ansprüche an den Betrieb, insbesondere in der Winterzeit. Das häufigste Problem sind Kaltstarte bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt oder das eventuelle Erstarren – das „Einfrieren“ des Diesels.

Das ganze Problem besteht in der chemischen Gesamtzusammensetzung von Diesel, der aus einem Kohlenwasserstoffgemisch mit unterschiedlicher Erstarrungstemperatur besteht. Das Problem verursachen vor allem die Paraffine, bei denen zwei Parameter von Bedeutung sind.

Der erste ist die Temperatur, bei der sich die ersten Kristalle fester Paraffine (TVP, englisch CP – Cloud Point) ausscheiden, die sich von -6 ºC bis -8 ºC bewegt. Diese Temperatur, die die Norm ČSN EN 590 + A1 nicht anführt, ist durch die Technologie in der Raffinerie gegeben und kein zugegebener Zusatzstoff ist in der Lage, diese zu senken. Bei einem weiteren Temperaturabfall bilden sich aus diesen, anfangs kleinen Paraffinkristallen Partikel in Form großer flacher Blättchen, die anschließend in der Lage sind, den Kraftstofffilter auch bei einer viel geringeren Temperatur (z. B. auch bei -12 ºC), als es die Filtrierbarkeitsgrenze ist, zu verstopfen.

Der zweite wichtige Parameter ist die Filtrierbarkeitsgrenze (englisch CFPP – Cold Filter Plugging Point). Sie gibt die Temperatur an, bei der Diesel bereits nicht mehr durch ein Testsieb mit einer genau definierten Maschengröße läuft, ohne dass es zu einer völligen Unterbrechung der Zufuhr infolge ausgeschiedener Paraffinpartikel kommen würde. Die Norm ČSN EN 590 + A1 verlangt eine Temperatur der CFPP für Winterdiesel der Klasse F Filtrierbarkeit von - 20 ºC (die zulässige Messabweichung erlaubt eine Temperatur von bis zu -17 ºC) im Zeitraum ab dem 16. November bis Ende Februar.

Die Realität ist eine andere

In der Praxis ist die tatsächliche Betriebstemperatur von Winterdiesel eine andere, was durch die abweichenden Laborbedingungen des CFPP-Tests im Vergleich mit dem realen Motorlauf im gängigen Betrieb verursacht ist. Die unterschiedlichen Ausführungen der Kraftstoffsysteme einzelner Fahrzeuge weisen eine unterschiedliche Sensibilität für die CFPP und für den gesamten Motorlauf bei frostigem Wetter auf. Das bedeutet, dass das Verhalten unterschiedlicher Fahrzeugtypen im Fall des Tankens desselben Diesels ein anderes sein wird.

Ein weiterer Grund, der häufige Probleme beim Anlassen verursacht, ist falscher Diesel im Tank, beziehungsweise der Vorrat an Übergangs- oder sogar Sommerdiesel. Die Winterparameter dieses Diesels verbessern sich auch nicht durch Zugabe von Zusatzstoffen oder durch das Mischen mit Diesel mit Winterqualität (die CFPP wird je nach dem Verhältnis des Vorrats im Tank und des neuen Diesels verdünnt, aber die resultierenden Parameter erfüllen nicht die Anforderungen an Dieselkraftstoff mit Winterqualität).

Schlechte Wartung des Motors

Sind wir als Fahrzeugführer mit einer guten Filtrierbarkeit des Dieselkraftstoffs unsere Sorgen los? Leider nicht. Einen erheblichen Einfluss auf die Funktionsweise eines Dieselmotors in der Winterzeit hat nämlich der gesamte Wartungszustand des Fahrzeugs, der meist hinter allen Anlassproblemen steckt. Ob es sich nun um eine schwach aufgeladene Batterie handelt, die nicht genug Energie liefern kann, damit die Glühkerzen die Brennräume, in denen sich das Diesel entzünden muss, ausreichend vorwärmen, oder um eine vernachlässigte Wartung der Kraftstoffleitung.

Die Verschlechterung der Filtrierbarkeit ist am häufigsten durch die Verunreinigung des Kraftstofffilters durch Wasser verursacht, das zum Beispiel aus der Luftfeuchtigkeit (z. B. im Fall häufigen Tankens, wenn es zum häufigen Öffnen des Deckels kommt, eines schlecht dichtenden Tankdeckels usw.) oder im Fall eines nicht vollgetankten Tanks in den Kraftstofftank gelangen kann. In diesem Fall bilden sich aus der Luftfeuchtigkeit kleine Wassertröpfchen, an denen sich eine minimale Menge ausgeschiedener Paraffine heften und infolgedessen der Kraftstofffilter leicht verstopfen kann.

Eine minimale Menge ausgeschiedener Paraffine kann sich auch an mechanische Unreinheiten haften, die sich bereits im Kraftstofftank oder am Kraftstofffilter befinden. Aus diesem Grund ist es ideal, einen gereinigten Kraftstofftank zu haben und den Kraftstofffilter regelmäßig zu wechseln, am besten vor dem Winter und einer Zeit mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.

Resümee

Um es sich diesen Winter leichter zu machen, halten Sie sich an diese Grundsätze:

-        Kein Wasser oder mechanische Unreinheiten im Kraftstoffsystem, d. h. gereinigter Kraftstofftank und gewechselter Kraftstofffilter, idealerweise vor der Winterzeit

-        Im Tank nur Winterdiesel, kein Übergangs- oder Sommerdiesel

-        Nicht längere Zeit in starkem Frost parken, wenn ja, dann mit vollem Tank (um zu verhindern, dass sich Luftfeuchtigkeit absetzt)

-        Ausreichend aufgeladene Batterie

So minimieren Sie Anlassprobleme in der Winterzeit und wenn Sie den Kraftstoff Verva Diesel verwenden, starten Sie problemlos auch bei einer Temperatur bis -26 ºC.