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Von der Zusammenarbeit der Industrie mit Hochschulen profitieren alle Parteien

Eine notwendige Bedingung für das wirtschaftliche Wachstum eines jeden Landes ist heute die Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Firmen in der globalisierten Wirtschaft. Diese besteht insbesondere in Innovationen, die jedoch nicht aus sich selbst heraus beginnen, sondern geeignete Bedingungen für ihre Entstehung benötigen. Wenn wir die Dinge chronologisch betrachten, dann stellt die erste und selbstverständlichste Bedingung die Ausbildung dar. Eine theoretische und praktische, hochwertige, ständig entwickelte und ständig ergänzte Ausbildung, die die Grundlage und auch einen Bestandteil der Entwicklung und des Wachstums in den für die Innovation erforderlichen Bereichen bildet. In den Bereichen, die in drei wichtigen, grundsätzlichen Begriffen zusammengefasst werden können: Wissenschaft, Forschung und Entwicklung.

Industry and higher education

Notwendige Unterstützung seitens des Staates

Wenn sich ein Land auf dem Weltmarkt durchsetzen will, dann muss es in die Wissenschaft, Forschung und Entwicklung investieren und diese fördern. Die Tschechische Republik leistet zum Glück eine solche Förderung und zurzeit sind bei uns 48 Forschungszentren für die Wissenschaft und Entwicklung mit einer breiten Palette vom Maschinenbau bis zu Nanomaterialien und Membrantechnologie und Chemie ansässig.

Von der wissenschaftlichen Forschung profitiert unbestreitbar jeder. Der Erfolg in der chemischen Forschung ist von grundsätzlicher Bedeutung für den Fortschritt in der modernen Medizin genauso wie im Bauwesen oder in der Maschinenbauindustrie, sei es bei der Herstellung von Fahrzeugen oder Hausgeräten. Und im Hinblick darauf, dass die wissenschaftliche Forschung eine so bedeutende Rolle im Alltag spielt, ist für ein Land die eigene spitzenmäßige und erstklassige wissenschaftliche Sphäre von grundlegender Bedeutung.

Wissenschaft, Forschung und Innovationen beginnen üblicherweise mit einem nicht traditionellen Blick auf traditionelle Tatsachen. Wenn wir diese Behauptung annehmen, dann wäre es unvernünftig, wenn nicht sogar verantwortungslos, von einer möglichen Zusammenarbeit der Forschungszentren mit den Hochschulen keinen Gebrauch zu machen. Eine solche Zusammenarbeit, wenn sie produktiv ist, kann für beide Parteien von Vorteil sein und beschleunigt und verbessert die entwicklungs-wissenschaftliche Tätigkeit in der Zukunft.

Ein inspirativer Blick ins Ausland

Jetzt gehen wir für eine Zeitlang auf ein Land ein, in dem die Hochschulausbildung eine der am aufwendigsten finanziellen Investitionen darstellt, nämlich in den USA. Die Jahreskosten beliefen sich hier im Jahr 2016 auf mehr als 80 Prozent des durchschnittlichen Jahresgehalts. Es gibt hier ein System von Stipendien und Finanzhilfen und für gute und erfolgreiche Studenten bedeutet es eine Ermäßigung der Finanzierungskosten. Sie können auch von einer renommierten Firma ausgewählt werden, die ihnen die Zusammenarbeit in Form von sog. Internships anbietet. Bestenfalls gegen Entgelt.

Ein solches Internship, sei es bezahlt oder nicht, ist sehr gefragt. Es kann zum Angebot einer interessanten Beschäftigung sofort nach dem Studienabschluss führen und es sieht auf jeden Fall im Lebenslauf gut aus. Es gibt auch weitere Formen der Zusammenarbeit, wie Work-Study, wobei man ein Semester arbeitet und ein Semester studiert. Wir haben nicht vor, das amerikanische Bildungssystem hier zu analysieren, unsere Absicht ist es, zu zeigen, dass von einer Verbindung zwischen dem Studium und der gleichzeitigen Beschäftigung im Fach hier lange Jahre Gebrauch gemacht wird. Und zwar zum beiderseitigen Nutzen.

Wir sind auf einem guten Weg bei uns

In der Tschechischen Republik ist wahrscheinlich der finanzielle Druck in Verbindung mit der Ausbildung nicht so groß wie in den USA, die Zusammenarbeit der Firmen und Industrieunternehmen mit Studenten bringt dennoch die gleichen Vorteile. Die Studenten haben die Möglichkeit, die praktische Seite ihres Bildungsfachs kennenzulernen, die Arbeitgeber haben die Möglichkeit, die künftigen eventuellen Arbeitnehmer kennenzulernen und beide Vertragsparteien haben die Möglichkeit, durchdachte informierte Entscheidungen zu treffen.

Die Wissenschaft machen junge Leute. Junge Wissenschaftler bringen neue Ideen, sie haben neue Möglichkeiten an Informationsquellen, sie sind bereit, zu reisen und im Team zu arbeiten,“ sagt Doc. Ing. Jaromír Lederer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Forschungs- und Bildungszentrums von Unipetrol - UniCRE. „Und die Schule braucht eindeutig die Industrie. Sie braucht Impulse von der Industrie, sie braucht Themen von der Industrie, sie muss wissen, welche strategischen Pläne die Industrieunternehmen haben, damit die Ausbildung nicht woanders hin als auf das Industriefach zielt. Für die Schule stellt die Industrie eigentlich einen Weg für die Umsetzung dar – den Ort, von dem Impulse, personelle Kontakte und letztendlich auch Geld kommen.

Ich würde sagen, dass das Wichtigste, vielleicht absolut von zentraler Bedeutung, persönliche tägliche Kontakte sind. Für uns ist es gut zu wissen, dass wenn wir ein Problem in der Industrie haben, wir dann wissen, wen wir anrufen sollen,“ hat sich des Weiteren zu der Zusammenarbeit Doc. Ing. Lederer geäußert.

Ein Profit für alle Beteiligten

Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist also offensichtlich multifunktionell. Die Forschungszentren gewinnen künftige Mitarbeiter mit frischen Einfällen und Ansätzen zur Lösung der bestehenden Problematik. Die Studenten erhalten eine wertvolle praktische Ausbildung, die man auf dem Arbeitsmarkt nutzen kann. Und beide Parteien verschaffen sich hervorragende Kontakte für die Zukunft.

Und auch die breite Öffentlichkeit kann davon profitieren. Das Land gewinnt eine Quelle von leistungsfähigen und ausführlich ausgebildeten Wissenschaftlern und Arbeitnehmern und genauso die Forschungszentren mit wegweisenden und innovativen Ansätzen. Und diese Kombination fördert vollkommen die Gesamtentwicklung des Landes.

Vorbildliche Zusammenarbeit zwischen der Universität für Chemie und Technologie (VŠCHT) und UniCRE

Eine der nützlichsten Kooperationen besteht zwischen der Universität für Chemie und Technologie (VŠCHT) und dem Forschungs- und Bildungszentrum von Unipetrol UniCRE.

Im Februar 2015 ist die Arbeitsstätte von VŠCHT in die rekonstruierten Räume von Unipetrol in Chempark Záluží umgezogen. Die Schule bietet ihren Studenten nicht nur den Standort in einem Industrieareal an, sondern auch die aktive Teilnahme am Forschungs- und Bildungszentrum UniCRE.

Zum beiderseitigen Ertrag dieser Zusammenarbeit hat sich der Leiter der Abteilung für Innovationen bei UniCRE, Herr Ing. Jiří Hájek näher geäußert: „Aus der Sicht der Studenten, die sich an der Lösung von kommerziellen Projekten beteiligen, sehe ich den Beitrag vor allem in der realen Anwendung von Kenntnissen, die sie im Rahmen ihres Hochschulstudiums gewonnen haben. Die Studenten werden mit realen Bedürfnissen der Industrie konfrontiert, sie haben die Möglichkeit, eine reale Vorstellung über die Bedeutung der durchgeführten Arbeit zu gewinnen und in einigen Fällen kann man über die Übernahme der eigenen Mitverantwortung für die übergebenen Ergebnisse reden. Die Zusammenarbeit in diesem Format führt also die Studenten zu einer Stärkung des eigenen Bedürfnisses, ist gezielt auf die Erreichung von hochwertigen und glaubwürdigen Outputs. Auf der anderen Seite erhalten das Forschungszentrum und das Technologieunternehmen im Rahmen der Einbeziehung von Studenten neue Ideen, Blicke und Ansätze zur Lösung der Problematik, die bisher nur mit dem traditionellen Ansatz gelöst werden kann.“

Einbeziehung auch von Oberschulen

„UniCRE beteiligt sich ebenso an der Entwicklung der Ausbildung von Studenten der Oberschulen. In diesem Zusammenhang ermöglichen es die Hochschulstudenten, eine bestimmte Kommunikationsschnittstelle zu schaffen, wo es auf der einen Seite die Studenten der Oberschule gibt, die sich in der dynamischen modernen Welt der Technologien bewegen, und auf der anderen Seite dann die Innovatoren aus den Reihen der Arbeitnehmer, die die Realien der heutigen Welt aus der Sicht der Eltern oft wahrnehmen. Im Hinblick darauf, dass ich aus meiner eigenen Erfahrung weiß, wie schwierig die Annäherung beider Welten insbesondere im Teenageralter ist, sehe ich die Einbeziehung von Hochschulstudenten in die Bildungsprojekte der jüngeren Nachfolger als sehr nützlich an,“ setzt Herr Ing. Jiří Hájek fort.

Diese Zusammenarbeit zwischen einer Hochschule und einem Industrieunternehmen ist bestimmt nicht einzigartig, dennoch ist sie für unsere Zukunft von grundsätzlicher Bedeutung. Und deshalb hoffen wir aufrichtig, dass sie auch in einem viel breiteren Maß häufiger wird und öfter verwendet wird. Wir drücken die Daumen!