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Emissionssenkung mit Hilfe von Harnstoff? Warum nicht?!

Während wir immer noch auf das beste Angebot eines alternativen Kraftstoffs warten, können wir auch so das Auto nutzen, wenn wir es brauchen, die CO2-Bilanz halten und die strengen Emissionsvorschriften einhalten, und dies alles auf einmal. Wie ist das möglich? Die Antwort auf unsere Frage kommt von etwas ungewohnter Stelle – und zwar in Gestalt von Harnstoff.

Reducing emissions by the use of urea? Why not?!
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Nein, es handelt sich nicht um dieselbe Flüssigkeit, die Sie nach drei Bieren in der Kneipe auf der Toilette lassen. Dieser Stoff ist synthetisch, in destilliertem Wasser verdünnt und in der Lage, die Umweltfreundlichkeit unserer Autos als Schlüsselzusatz AdBlue zu verbessern.
AdBlue ist ein nichttoxisches, nichtbrennbares Additiv, das aus einer hochqualitativen 32,5%igen Lösung von synthetischem Harnstoff in destilliertem Wasser besteht und dazu beiträgt, die Stickoxidemissionen (NOx) – die unangenehmsten Schmutzstoffe, die aus den Fahrzeugauspuffen kommen und bei sensiblen Menschen Atemprobleme verursachen, zu minimieren.


Dieses Additiv war ursprünglich für die Verwendung in Dieselmotoren mit einem Auspuffsystem mit einer selektiven katalytischen Reduktion (SCR) vorgesehen. Die SCR ist eine Methode der adbUmwandlung von NOx in zweiatomigen Stickstoff (N2) und Wasser (H2O) mit Hilfe eines Katalysators. Im Fall von AdBlue funktioniert eine Lösung von Harnstoff in destilliertem Wasser als Katalysator.


Die Emissionssenkung mit Hilfe von AdBlue ist ein relativ einfacher Prozess, der aus vier Schritten besteht. Zunächst strömen die Auspuffgase durch einen Filter, der die Rußpartikel beseitigt. Das Additiv AdBlue, das sich in einem eigenständigen Tank befindet, wird dann automatisch in das Auspuffrohr eingespritzt. Der nächste Schritt ist die chemische Reaktion SCR, die das Stickoxid in Stickstoff und Wasserdampf zersetzt. Das Ergebnis ist, dass aus dem Auspuffrohr des Fahrzeugs lediglich diese zwei unschädlichen Stoffe kommen.


AdBlue ist weder ein Kraftstoff, noch ein Kraftstoffadditiv, sondern eine Flüssigkeit, die sich in einem eigenständigen Tank befindet. Diese Technologie wird bei Dieselmotoren und Lastkraftwagen angewendet, die seit 2006 im Einklang mit der Norm Euro 4 produziert werden. Bei der ständigen Suche nach einem neuen tollen alternativen Kraftstoff wird AdBlue immer stärker bei Personenkraftwagen eingesetzt. Infolge immer strengerer und schneller wechselnder EU-Emissionsnormen entwerfen viele Automobilhersteller derzeit Personenkraftwagen mit der Technologie SRC und einem AdBlue-Tank.


Ein voller AdBlue-Tank kann für fünfzehn- bis zwanzigtausend Kilometer reichen. Wenn das AdBlue langsam zu Ende geht, leuchtet eine orangefarbene Warnleuchte auf dem Armaturenbrett auf, häufig in Begleitung eines akustischen Signals. Das bedeutet, dass es an der Zeit ist, die Lösung nachzufüllen. Dieser Hinweis erscheint regelmäßig, bis das AdBlue nachgefüllt wird, wobei es auf Rot wechselt und immer häufiger erscheint, wenn der Pegel auf einen kritischen Wert sinkt. Wenn das AdBlue völlig ausgeht, startet das Auto nicht mehr.


AdBlue kann ein Fachmann in der Servicewerkstatt, aber auch der Fahrer selbst nachfüllen.
Benzina, die größte Tankstellenkette in der Tschechischen Republik, bietet AdBlue für Personenkraftwagen an 11 Tankstellen direkt aus einer Zapfsäule an. Sämtliches an Benzina-Tankstellen gelieferte AdBlue besitzt ein Qualitätszertifikat, so dass sich die Kunden sicher sein können, dass das AdBlue an den Benzina-Tankstellen die Norm ISO 22241 erfüllt. Tankstellen, die kein AdBlue aus einer Zapfsäule anbieten, bieten die Möglichkeit des Nachfüllens von AdBlue aus einem Kanister an.


Solange also die Wissenschaftler immer noch einen perfekten alternativen Kraftstoff entwickeln, können wir weiterhin fahren, wie wir es brauchen und gleichzeitig helfen, unsere Lungen und die Umwelt zu schützen.