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Was hat Funktionsbekleidung mit Windeln gemeinsam?

Sie ziehen ein funktionelles T-Shirt an, laufen Ihre regelmäßigen zehn Kilometer, und werden nicht durch unangenehmen Schweiß belästigt. Ihr Baby bleibt dank Windeln die ganze Nacht lang trocken.

Wussten Sie, dass das Material der Funktionsbekleidung vieles mit Babywindeln gemeinsam hat? Beide Produkte werden aus Polyolefinen hergestellt, Materialien, die im Gegensatz zu Papier, Baumwolle oder Holz nicht saugfähig (hydrophob) sind, aber, falls notwendig, kann die Oberfläche der Produkte hydrophil gemacht werden. Die Flüssigkeit kann dann durch einen bestimmten Bereich des Produkts fließen, während sie von einem anderen Teil abgewiesen wird.

Insbesondere ist Funktionsunterwäsche nicht absorbierend und dauerhaft trocken, da sie Schweiß von der Haut an die Oberfläche ableitet, von wo aus er verdunsten kann. Polypropylen, eines der Polyolefine, kann zur Herstellung von Moira-Fasern verwendet werden, einer massiven aber dennoch die leichteste, wärmste und flexibelste Kunstfaser, die keine allergischen Reaktionen verursacht, eine hohe Abriebfestigkeit (2,5 mal höher als Baumwolle) sowie eine geringe Absorption aufweist. 

What does functional clothing have in common with diapers?
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In Babywindeln, aber auch in Damenbinden oder Inkontinenzeinlagen kann das Material eine große Menge Flüssigkeit aufnehmen und den Körper trocken halten. 

Polyolefine eignen sich auch für Lebensmittelverpackungen und Dachisolierungen

Polypropylen ist unschädlich und daher für die Lagerung von Lebensmitteln geeignet. Es wird für die Herstellung von Joghurtbechern, Plastiktüten und Bechern für Tiefkühlprodukte verwendet. Es ist auch für die Herstellung von hygienischen Materialien wie Zahnbürsten (Ausnutzen der geringen Schrumpfung von Polypropylen), Bürsten, Spritzen, Schutzbrillen und Kleidung, oder auch für Einweg-Kinder-und Inkontinenzhosen oder Damenbinden geeignet.

Regendichte, dampfdurchlässige Folien können auch aus Polyolefinen hergestellt werden. Sie eignen sich für Outdoor-Bekleidung und Ausrüstung sowie für Dachisolierungen. Polyolefine werden auch für die Herstellung von Kalt- und Warmwasserleitungen eingesetzt, wo sie die zuvor verwendeten Stahlrohre fast vollständig ersetzt haben.

Sie werden auch zum Verpacken von Kosmetika, Desinfektionsmitteln und Medikamenten, insbesondere transparenten oder gefärbten Fläschchen, Patronen, Eimern, Schüsseln, Dragees, Desinfektionsmitteln und Deodorants verwendet. Zur Herstellung von getönten Behältern werden Polymerkonzentrate mit Farbpigmenten verwendet, um Endprodukte mit den gewünschten Farbtönen herzustellen.

Polyolefine ermöglichen die Herstellung von dünneren Fasern für feste Vliesstoffe und die Herstellung von flexiblen und weichen Stoffen.

Vorteile? Sie sind umweltfreundlich und einfach zu verarbeiten

Im Vergleich zu anderen Materialien haben Polyolefine viele Vorteile: 

• niedrige Produktionskosten der Rohmaterialien und Energie,

• im Gegensatz zu PVC, Polystyrol und Polycarbonaten sind sie umweltfreundlich,

• ausgezeichnete mechanische Eigenschaften,

• sie lassen sich leicht zu einer Vielzahl von Produkten wie Fasern, Folien, Rohren, Platten und Spritzen verarbeiten

• deutlich geringere Dichte im Vergleich zu anderen Polymeren wie PVC, PET, Polyurethanen, Polycarbonaten oder Polystyrol,

• sie sind leichter als Wasser (sie schwimmen auf der Wasseroberfläche),

• ihre Struktur und Eigenschaften können auf verschiedene Weise variiert werden, sie können eine vorbestimmte Festigkeit, Steifigkeit, Flexibilität oder Temperaturbeständigkeit haben.

Entwicklung von neuartigen Polyolefinen am Polymer-Institut Brünn

Forscher am Polymer-Institut Brünn, das zu Unipetrol gehört, beschäftigen sich mit der Entwicklung von neuartigen Polyolefinen mit einzigartigen Eigenschaften, die weitere Anwendungen ermöglichen.

„Wir haben mehrere Ziele. Erstens, die Verbesserung der Herstellungstechnologie für Polyolefine, d.h. die Entwicklung von aktiveren Polymerisationskatalysatoren, die Minimierung der Produktionskosten, die Erhöhung der Reaktorleistung und -zuverlässigkeit.

Zweitens, die Verbesserung der Qualität und Leistung der hergestellten Polyolefine, d.h. Verbesserung der Festigkeit, Temperaturbeständigkeit, Zähigkeit, Minimierung der Schrumpfung, und dergleichen,“ erklärt Jan Kratochvil, Leiter der Polypropylen-Technologie am Polymer-Institut Brünn.

Unipetrol produziert jährlich nahezu 300.000 Tonnen Mosten, einem Polypropylen.

Wussten Sie, dass...?

  •  • Polypropylen formt, wie DNA, Kristalle in Form einer Helix? Die Entdeckung dieser einzigartigen Struktur in den 1950er Jahren durchbrach das natürliche Monopol bei der Synthese von stereoregulären Polymeren.


  • Im Jahr 1954 wurde Polypropylen mit der Hilfe von Professor Ziegler’s Katalysatoren durch Giulio Natta in der italienischen Stadt Ferrara entdeckt. Seitdem sind diese Substanzen als Ziegler-Natta-Katalysatoren bekannt. 
  • Ein typischer Bestandteil dieser Katalysatoren ist das Element Titan, das auch ein wichtiger Rohstoff für die Flugzeug- und Raketenindustrie ist.

  • Polypropylen ist nach dem Sortieren wiederverwertbar?

  • Für die Entdeckung von Polypropylen wurde 1963 der Nobelpreis für Chemie an Karl Ziegler und Giulio Natta verliehen?

Karl Ziegler Giulio Natta