Let's talk about it

Kann Kunststoff zur Wärmeenergiegewinnung verwendet werden?

Was geschieht mit Kunststoffen, wenn deren Lebensdauer erreicht ist? Wohin gelangen die Kunststoffe, wenn Sie aus dem gelben Container entleert wurden? Sind die ausgedienten Kunststoffe für uns noch irgendwie nützlich

Bis zu 40 % des Kunststoffabfalls landen in der Tschechischen Republik auf Mülldeponien. Bei den Mülldeponien handelt es sich um die älteste Lösung zur „Entsorgung“ unserer Reste. Es handelt sich um eine sehr einfache Technologie - auch unsere Vorfahren haben Abfall an einer Stelle gesammelt bzw. diesen vergraben. Das Mülldeponiesystem hat sich zwar seit der Urzeit entschieden weiterentwickelt, aber das Prinzip ist gleich geblieben. Auch wenn die Mülldeponien aus der Vergangenheit stammen, ihre Zukunft sieht nicht besonders hoffnungsvoll aus. Das Bewusstsein, dass die Lagerung auf Mülldeponien keinen Mehrwert bringt, sondern sogar aktiv der Umwelt schadet, hat dazu geführt, dass hoch entwickelte Länder dieses technologische Relikt komplett abschaffen. In einigen Ländern, wie beispielsweise in Deutschland oder Schweden, ist die Lagerung auf Mülldeponien bereits seit Jahren verboten. Auch in Tschechien hat man diesen Weg eingeschlagen und ab 2030 soll auch bei uns das gleiche Gesetz in Kraft treten.

Was aber werden wir mit dem Abfall machen, der heute auf Mülldeponien landet, wenn wir diese „Lagerstätten“ ein für alle Mal abschaffen?

Die Idealistin in mir würde sagen, dass wir die Müllproduktion drastisch reduzieren, und den Abfall, der trotzdem anfällt, musterhaft recyceln werden. Doch so einfach wird es leider nicht werden.

Die zunehmende Bevölkerung und Konsumverhalten lässt darauf schließen, dass die Abfallproduktion weiter steigen und uns hierbei auch das Recyceln nicht retten wird. Für den Recyclingprozess ist nämlich der Einsatz von Ressourcen - wie beispielsweise von Wasser, Strom und Geld - in großem Umfang erforderlich, und die Qualität des finalen Produkts ist in manchen Fällen wirklich bedenklich. Wie kann man diesen schwer recycelbaren Abfall am besten entsorgen, damit wir noch einen Nutzen daraus ziehen können?

Kehren wir für einen Moment zu den bereits erwähnten Kunststoffen zurück. Nicht umsonst hat sich Kunststoff zu einem allgegenwärtigen Material entwickelt. Kunststoff verfügt über viele Vorteile - er ist leicht, widerstandsfähig, elastisch und die Kunststoffproduktion lohnt sich wirtschaftlich. Kunststoff birgt jedoch auch noch ein Geheimnis in sich - in seinen chemischen Verbindungen speichert er beträchtliche Energiemengen. Und das ist gerade der Mehrwert, den uns schmutziger, minderwertiger und degradierter Kunststoffabfall bieten kann.

Energie verbrauchen wir sozusagen jeden Tag - für die warme Morgendusche, zum Kaffeekochen und zum Händewaschen. Zum Wäschewaschen ist häufig heißes Wasser erforderlich und im Winter freuen wir uns, wenn wir zu Hause heizen können. Bevor wir die Energie jedoch nutzen können, muss sie irgendwo entstehen. So ein Ort ist z. B. ZEVO Malešice. ZEVO steht als Abkürzung für Zařízení na energetické využití odpadů (Anlage zur Energiegewinnung aus Abfällen). Es kann aber auch der Begriff Müllverbrennungsanlage verwendet werden. Dieser Begriff löst in vielen von uns eher negative Gefühle aus. Man könnte meinen, dass es sich um eine nicht moderne Anlage handelt, durch welche unsere Umwelt zerstört wird. Die Realität sieht jedoch etwas anders aus.

Michael Londesborough hat den Leiter von ZEVO Malešice - Aleš Bláha - in seine Sendung „Let’s talk about it“ eingeladen, um herauszubekommen, wie es sich wirklich verhält.

Welche Vorteile hat die Müllverbrennung gegenüber der Lagerung von Abfällen auf Mülldeponien? Ist das Verbrennen von Kunststoff wirklich sicher? Können Anlagen zur Energiegewinnung aus Abfällen ein wertvoller Bestandteil der zirkulären Wirtschaft sein? Und was ist mit den Kosten?

In der neuesten Ausgabe von „Let’s talk about it“ erhalten Sie nicht nur auf diese Fragen eine Antwort.